Der Sommer steht vor der Tür – und mit ihm die Zeit, in der wir die Natur und das Wasser in vollen Zügen genießen. Damit das auch in den kommenden Monaten so bleibt, ist jetzt der perfekte Moment für einen bewussten und vorausschauenden Umgang mit unserer wichtigsten Ressource: dem Wasser.
Die aktuelle Situation im Etsch-Einzugsgebiet
Da die Schneereserven in den Bergen in diesem Jahr etwas geringer ausfallen, hat die Ständige Beobachtungsstelle für Wasserressourcen in den Ostalpen die erste Warnstufe („geringe Gefährdung“) für einen möglichen Wassermangel im Einzugsgebiet der Etsch ausgerufen.
Im Frühsommer trifft der steigende Wasserbedarf der Landwirtschaft und des Tourismus auf schmelzende Schneereserven im Hochgebirge, höhere Temperaturen und beginnende Trockenperioden. Ziel der Vorwarnstufe ist es, eine ausgewogene Wassernutzung entlang des gesamten Flussverlaufs – von der Quelle bis zur Mündung – sicherzustellen.
Oberste Priorität gilt der Trinkwasserversorgung. Um die Trinkwassernutzung im unteren Flussabschnitt vor dem Rückfluss von Salzwasser aus der Adria zu schützen, darf der Abfluss der Etsch bei Boara Pisani die Marke von 80 Kubikmetern pro Sekunde nicht unterschreiten. Sinkt der Wert unter diese Schwelle, werden gezielte Gegenmaßnahmen ergriffen.
Das bedeutet: Es besteht aktuell kein Grund zur Sorge, aber der Moment ist ein optimaler Weckruf für uns alle, um durch einfache, smarte Maßnahmen im Alltag Großes zu bewirken.
So einfach werden wir im Alltag zu Wasserschützern
Jeder kleine Schritt zählt, um die Speicher für die heißen Tage voll zu halten.
- Garten & Grünflächen: Bewässern Sie Rasen und Pflanzen gezielt und nur in den kühleren Abend-, Nacht- oder frühen Morgenstunden. So verdunstet weniger Wasser und die Pflanzen nehmen es optimal auf.
- Haushalt & Betrieb: Ein bewusster Blick auf den täglichen Verbrauch hilft. Das private Autowaschen oder das großflächige Abspritzen von Hofbereichen kann momentan einfach pausieren.
- Landwirtschaft: Hier gilt aktuell das Prinzip „Effizienz vor Menge“. Langfristig setzen bereits viele Betriebe auf zukunftsweisende Technologien wie die Tröpfchenbewässerung und Feuchtigkeitssensoren im Boden.
- Stauseen als Puffer: Auch die Betreiber der großen Stauseen sind aktiv. Sie nutzen die kommenden Wochen, um so viel Wasser wie möglich einzulagern, damit wir für den Hochsommer bestens gerüstet sind.
KH