Rom und Florenz machen es vor!
Gute Nachrichten für unsere Städte: Wir können die Temperaturen im städtischen Raum um bis zu 4 Grad senken! Das zeigen aktuelle Simulationen des MIRIFICUS-Projekts für Rom und Florenz. Das Rezept dafür ist denkbar einfach und wirkungsvoll: Pflasterungen, die keine Hitze speichern, neue Grünflächen und das Pflanzen von Bäumen sorgen in den heißesten Stunden des Tages für eine spürbare Abkühlung. Sowohl im Romer Stadtteil Settecamini als auch im Bereich Mercafir/Piazza Artom in Florenz sinkt die Temperatur zwischen 9 und 15 Uhr im Vergleich zur aktuellen Situation um mehr als 4 °C. Über den gesamten Tag hinweg bleibt es im Schnitt dauerhaft 2 bis 2,2 °C kühler. Das beweist: Der kühlende Effekt ist kein kurzer Moment, sondern hält zuverlässig an!
Einfache Lösungen für eine bessere Lebensqualität
Die Studie zeigt eindrucksvoll: Der Kampf gegen städtische Hitzeinseln ist nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern eine riesige Chance! Wir können unsere Städte durch ganz praktische Maßnahmen viel cooler und lebenswerter machen:
- Mehr Bäume für natürlichen Schatten und Verdunstungskälte,
- Mehr natürliche Böden statt durchgehender Versiegelung,
- Oberflächen, die sich nicht aufheizen,
- Eine clevere Stadtplanung, die auf verlässlichen Daten basiert.
In Rom, wo die Sommertemperaturen an der Oberfläche im urbanen Schnitt bei 43,7 °C liegen, zeigt sich die Abkühlung durch die simulierten Maßnahmen bereits morgens. In Florenz (Durchschnitt über 44 °C) sinkt das Thermometer in den Mittagsstunden um mehr als 4 °C. Das bestätigt: Gerade dort, wo am meisten betoniert wurde, können wir das Mikroklima am stärksten verbessern!
Ein Blick auf die Daten: Warum sich Handeln lohnt
Das Projekt hat auch die Oberflächentemperaturen in Italien von 2013 bis 2023 ausgewertet. Fast alle Landeshauptstädte überschreiten im Sommer die 40-Grad-Marke – von Mailand (43,1 °C) über Turin (43,0 °C) bis hin zur Küstenstadt Cagliari (42,9 °C). Ländliche Regionen sind im Schnitt 5,6 °C kühler, in Neapel unterscheidet sich das Umland sogar um 9,4 °C von der Betonwüste der Stadt. Der Grund liegt auf der Hand: Beton und Asphalt speichern die Hitze, während natürliche Vegetation fehlt.
Ein weiterer Schlüssel liegt in der Form der Quartiere. MIRIFICUS hat die Stadtstruktur wie eine Art „klimatische DNA“ analysiert:
- In Florenz erreichen dicht bebaute Zonen mittlerer Höhe 44,6 °C. In Vierteln mit Wäldern und Parks kühlt es sich auf 35,9 °C ab – eine natürliche Erfrischung um fast 9 °C!
- In Roms Industriegebieten mit riesigen, ungeschützten Flächen werden sogar Spitzenwerte von 57,2 °C erreicht. Hier schlummert enormes Potenzial für grüne Umgestaltungen.
Hier kannst du die Daten deiner Gemeinde entdecken – Sieh auf einen Blick, wie sich Grünflächen und Versiegelung auf das Klima vor deiner Haustür auswirken.
ISPRA/CNR/CC







