Die Ozonschicht schützt uns vor UV-Strahlung
Ozon (O3) gehört zu den wichtigsten Spurengasen unserer Atmosphäre. In der Stratosphäre (in 15 bis 50 Kilometern Höhe) herrscht eine hohe Konzentration dieses Gases: die sogenannte Ozonschicht. Sie schirmt einen Großteil der ultravioletten Strahlung der Sonne ab und wirkt wie ein natürlicher Filter.
Die Zerstörung der Ozonschicht wird durch Gase verursacht – allen voran durch Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW), die in der Vergangenheit vor allem als Kühlmittel eingesetzt wurden. FCKW sind organische Verbindungen, in denen Wasserstoffatome durch Fluor- und Chloratome ersetzt wurden. Wenn diese Gase in die oberen Schichten der Atmosphäre gelangen, reagieren sie mit dem dort vorhandenen Ozon und bauen es ab. Die Folge ist ein erheblicher Ozonverlust, auch bekannt als „Ozonloch“.
Bodennahes Ozon schadet uns
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der schützenden Ozonschicht in der Höhe und dem „bodennahen Ozon“. Während die Ozonschicht die lebenswichtige Aufgabe hat, uns vor gefährlichen UV-Strahlen zu schützen, ist bodennahes Ozon alles andere als gesund – und zu einem großen Teil hausgemacht.
Es bildet sich in der Troposphäre, der untersten Schicht der Erdatmosphäre (0 bis 15 Kilometer Höhe), unter ganz bestimmten Bedingungen. Maßgeblich daran beteiligt sind:
- Eine starke Sonneneinstrahlung
- Stickstoffoxide und Kohlenwasserstoffe (aus den Abgasen von Kraftfahrzeugen, Kraftwerken sowie Kohle-, Öl- oder Gasverbrennungsanlagen)
Deshalb sind erhöhte Ozonwerte vorwiegend in Ballungszentren und in Gebieten mit stark befahrenen Straßen zu beobachten.
Auswirkungen auf die Gesundheit
Bodennahes Ozon wirkt sich bei erhöhter Konzentration schädlich auf die Umwelt sowie auf die Gesundheit von Menschen und Tier aus. Besonders Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit Haut- und Atemwegserkrankungen gelten als Risikogruppen.
Vorsorgehinweis: Risikogruppen sollten direkte Sonneneinstrahlung und anstrengende Aktivitäten im Freien vermeiden; dies gilt besonders in den Nachmittags- und Abendstunden. Grundsätzlich ist bei erhöhten Ozonwerten jedoch für alle Menschen erhöhte Vorsicht geboten.
Erhöhte Ozonkonzentrationen treten besonders in den Sommermonaten von Anfang Juni bis Anfang September auf. Erst mit dem Einsetzen von Regen sinkt die Ozonkonzentration in der Luft wieder.
Ozonwerte in Südtirol
Die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz überwacht die Luftqualität in Südtirol permanent und misst täglich an 13 Messstationen die Ozonkonzentration. Besonders betroffen von hohen Ozonwerten sind in Südtirol:
- Der Talkessel bzw. Talboden zwischen Bozen und Meran
- Das Unterland
- Die angrenzenden Berghänge und Hochplateaus (insbesondere Ritten und Seiser Alm)
Die gesetzliche Ozon-Informationsschwelle liegt bei einer Konzentration von 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft.
Dass die Ozonbelastung nicht erst im Hochsommer zum Problem werden kann, zeigte sich bereits Ende Mai dieses Jahres: Mit dem sprunghaften Anstieg der Temperaturen und der Sonneneinstrahlung wurde diese Informationsschwelle erstmals überschritten. Erst bei einer instabileren Wetterlage und Regen sinkt die Konzentration in der Regel wieder ab.
Aktuelle Daten und Infos abrufen
Bleiben Sie informiert und schützen Sie Ihre Gesundheit. Personen mit Erkrankungen der Atemwege sollten bei erhöhten Ozonkonzentrationen vorsorglich ungewohnte und starke Anstrengungen im Freien (insbesondere am Nachmittag und Abend) vermeiden.
Das Labor für Luftanalysen und Strahlenschutz stellt alle Messdaten und weitere Informationen online zur Verfügung:
- Hier findest du die aktuellen Luftwerte & Ozon-Messdaten
- Hier findest die aktuellen Daten zur UV-Strahlung
Für weitere telefonische Auskünfte steht Ihnen das Labor für Luftanalysen und Strahlenschutz in der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz unter der Rufnummer 0471 417 140 zur Verfügung.







