Place Place Phone Phone Mail Mail Opening Hours Opening Hours Shop Shop Secure Secure Restaurant Restaurant Person Info Calendar Info Room Info Other Info Adress Info
Klima

Neue Klima-Prognosen: Was wirklich auf uns zukommt

07.09.2026

Um die klimatischen Entwicklungen der kommenden Jahrzehnte greifbar zu machen, skizziert der Weltklimarat verschiedene, wissenschaftlich fundierte Zukunftsszenarien. Diese dienen der Politik als Orientierungshilfe, um wirksame Klimaschutzmaßnahmen auf den Weg zu bringen. Das Worst-Case-Szenario, welches eine Erderwärmung um 4 bis 6 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts prognostiziert, gilt mittlerweile als unrealistisch. Eine Entwarnung bedeutet dies für die globale Lage allerdings keineswegs.

Entwicklung von Klimaszenarien

Klimaszenarien sind wichtige Werkzeuge, um abzuschätzen, wie stark sich das Klima unter verschiedenen Annahmen weiter verändern könnte. Sie werden von der Wissenschaft fortlaufend anhand neuer Erkenntnisse neu bewertet und aktualisiert. Für die Formulierung der offiziellen Szenarien ist ein internationales Gremium zuständig, das im Coupled Model Intercomparison Project (CMIP) zusammenarbeitet. Dabei handelt es sich um ein Projekt des Weltklimaforschungsprogramms (WCRP), das gemeinsam von der Weltorganisation für Meteorologie, dem Internationalen Wissenschaftsrat und der Zwischenstaatlichen Ozeanographischen Kommission der UNESCO getragen wird. Innerhalb des CMIP ist der Ausschuss ScenarioMIP für die Entwicklung der Szenarien zuständig, die für die Erdsystemmodelle zur Vorhersage des künftigen Klimas erforderlich sind. Dazu gehören Hypothesen über künftige Emissionen, Bevölkerungsentwicklungen, Wirtschaftswachstum und die globale Energieversorgung. Alle sechs bis sieben Jahre fließen diese Berechnungen in die Sachstandsberichte des Weltklimarats (IPCC) ein. Als wissenschaftliches Gremium der Vereinten Nationen liefert dieser damit das Fundament für Richtungsentscheidungen der internationalen Politik.

Aus für düsterstes Zukunftsszenario

Jahrelang galt das Modell SSP5-8.5 als das Schreckensgespenst der Klimaforschung, das eine Erderwärmung von 4 bis 6°C bis zum Jahr 2100 prophezeite. Das Akronym beschreibt eine Entwicklung, bei der die Menschheit auf eine fossilintensive Wirtschaft setzt und bis zum Jahrhundertende einen Strahlungsantrieb von 8,5 W/m² im Jahr 2100 erreicht. Dieser Wert misst das energetische Ungleichgewicht unseres Planeten – also wie viel zusätzliche Wärmeenergie aufgrund von Treibhausgasen in der Atmosphäre gefangen bleibt, statt in den Weltraum zu entweichen. Je höher dieser Wert ist, desto mehr erwärmt sich die Erde.

Heute jedoch gilt diese Vision als weitaus unwahrscheinlicher als noch vor wenigen Jahren. Der rasante Boom der erneuerbaren Energien, der weltweite Rückzug aus der Kohleverstromung und greifbare Klimaschutzmaßnahmen in vielen Ländern haben Wissenschaftler dazu veranlasst, die Rolle dieses Extremmodells neu zu bewerten. Nicht etwa, weil die globale Erwärmung aus Sicht der Experten an Bedeutung verloren hätte, sondern weil die Forschung auf realistischen Annahmen fußen muss. Die aktuelle Korrektur ist somit kein Signal der Entwarnung, sondern der Versuch, die Projektionen enger an der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit auszurichten.

Sieben neue Emissionspfade

Für den kommenden IPCC-Bericht werden die bisherigen fünf SSP-Szenarien durch sieben neue Emissionspfade ersetzt. Das Spektrum reicht von Hochemissionsszenarien, die nun allerdings auf solideren Annahmen basieren, bis hin zu Modellen, die zwar auf hohem Niveau ansetzen, sich dann aber durch konsequentere Maßnahmen in der zweiten Jahrhunderthälfte drastisch abschwächen. Die ambitioniertesten Pfade zielen darauf ab, die Erwärmung im Sinne des Pariser Abkommens auf unter 2 °C oder nahe 1,5 °C zu begrenzen. In einigen Szenarien gelingt dies rechnerisch nur noch durch sogenannte netto-negative Emissionen, in dem der Atmosphäre mehr Treibhausgase entnommen, als in sie ausgestoßen werden.

Auswirkung auf die Klimakommunikation

Dieser Perspektivenwechsel prägt auch die mediale Berichterstattung. Während sich die Medien in der Vergangenheit meist auf extreme Horrorszenarien stürzten und den Eindruck erweckten, die größte Gefahr liege allein im absoluten Extremfall, lenkt der neue Ansatz den Fokus auf plausiblere, handlungsrelevante Faktoren. Im Mittelpunkt stehen nun die konkrete Wirksamkeit von Umweltmaßnahmen, internationale Kooperationen, geopolitische Spannungen und die gesellschaftliche Anpassungsfähigkeit.

Für politische Entscheidungsträger bedeutet dies, sich weniger mit theoretischen Extremfällen zu befassen und stattdessen die konkreten Auswirkungen heutiger Entscheidungen in den Blick zu nehmen und staatliches Handeln in Richtung pragmatischer, wirtschaftlich tragfähiger und gesellschaftlich akzeptierter Lösungen zu lenken.

KH

Auch interessant

Kontaktiere uns

Du hast Fragen oder Anliegen?

Agentur für Energie Südtirol -KlimaHaus
A.-Volta-Str. 13 A, Bozen

info@klimaland.bz
www.klimaland.bz

Bedienungshilfen

Bedienungshilfen


Diese Website bietet Barrierefreiheits-Einstellungen, um die Nutzung für alle zu optimieren.

Einstellungen