Klimaplan Südtirol 2040
Tourismus
Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Südtirol, trägt aber auch zu gesamten Treibhausgasemissionen in dem Land bei. Es muss daher eine Balance zwischen ökonomischen Vorteilen und Umweltschutz angestrebt werden. Strategien zur Reduktion der Treibhausgasemissionen umfassen die Reduzierung des Energieverbrauchs, Einsatz erneuerbarer Energieträger und eine Optimierung der Prozesse. Besonders wird der CO2-Fußabdruck durch die Mobilität der Gäste beeinflusst, weshalb das Konzept „Touristische Mobilität 2030“ vorangetrieben werden muss. Es muss auch die Produktion erneuerbarer Energie vor Ort in Betracht gezogen und die Nachhaltigkeit des touristischen Angebots überprüft werden. Regionale Kreisläufe könnten zur Reduktion indirekter Energieimporte beitragen.
Ziel
- Bis zum Jahr 2030 soll der Energieverbrauch um 25% und bis zum Jahr 2037 um 35% gesenkt werden.
- Der Verbrauch fossiler Energie soll um 40% bis 2030 und bis zum Jahr 2037 auf 20% gesenkt werden.
- Für die Aufstiegsanlagen soll der Verbrauch fossiler Energie bis 2030 ebenfalls um 40% reduziert werden.
- Der Anteil der mit der Bahn anreisenden Gäste soll bis 2030 auf 20 % erhöht werden, was einer Verdoppelung der derzeitigen Kapazität entspricht.
Die folgende Legende erläutert den Umsetzungsstand der Maßnahmen:
Maßnahmen
Hotels und Beherbergungsbetriebe mit energieintensiven Anlagen oder hohem jährlichen Bedarf an thermischer Energie führen ab 2025 ein Energieaudit nach EN 16247 oder dem Standard KlimaHotel/KlimaFactory durch. In Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Energie Südtirol – KlimaHaus und dem Hoteliers- und Gastwirteverband wird innerhalb 2024 definiert, ab welchem Schwellenwert das Audit verpflichtend wird.
Ein entsprechendes Energie Auditsystem wird für alle Aufstiegsanlagen und die Infrastrukturen in Skigebieten entwickelt und eingeführt.
Auf der Grundlage des Tourismuskonzepts werden Arbeitsgruppen eingesetzt
(Tourismus, Mobilität, Energie, IDM), die vermarktbare Produkte mit der Nutzung
des öffentlichen Personenverkehrs entwickeln. Dabei wird auf das Potential des
Ticketings durch den Südtirolpass aufgebaut.
Alle Betriebe mit geeigneten Dach- und anderen Flächen werden aktiv angesprochen, um Strom aus Photovoltaik zu produzieren. Gleichzeitig wird ein Konzept für Ladestationen für E-Autos der Gäste oder E-Leihautos geprüft.
Es wird ein Zertifizierungssystem für verschiedene Stufen der Nachhaltigkeit entwickelt, um die Unternehmen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit zu unterstützen. Im Sinne der Ziele des Klimaplans wird dabei eine CO2-Bilanzierung vorgesehen. Die Landesregierung behält sich die Entwicklung eines Förderprogramms vor, um die Betriebe bei der Zertifizierung zu unterstützen.
Maßnahmen aus den Beiteiligungsprozessen
Energieintensive TourismusbetriebeBetriebe mit hohem Energiebedarf sollen vornehmlich selbst erneuerbare Energie erzeugen.
Der Tourismussektor muss einheimisch (grüne Energie) oder selbst produzierten Strom (z.B. Ausbau der Photovoltaikanlagen, Ausweitung der Wasserenergiegenossenschaften) verwenden. (…)
Die Anreise mit dem Zug soll gefördert und kommuniziert werden. Attraktive Kombiangebote mit Zug und Unterkunft und anderen Vorteilen sollen dem sanften Tourismus einen Schub geben.
Der Wasserverbrauch im Tourismus muss überprüft werden: Zurzeit werden der ansässigen Bevölkerung durchschnittlich 100 Liter Wasser pro Person und Tag verbraucht, gegenüber einem touristischen Verbrauch von 240 Liter Wasser pro touristische Übernachtung. Dieser letzte Wert muss auf den ansässigen Bevölkerung reduziert werden.
Das Anbringen von wassersparenden Armaturen in touristischen Betrieben muss verpflichtend vorgesehen werden.
Bei der Lebensmittelproduktion müssen wassersparende Produktionsweisen zum Einsatz kommen. Wesentlicher Grundsatz, an dem sich alle Maßnahmen ausrichten, muss sein, dass das Wasser in seinem Kreislauf bleibt.
