Klimaplan Südtirol 2040
Kommunikation und Bewusstseinsbildung
Die Dekarbonisierung erfordert umfassende Verhaltens- und Lebensstiländerungen, da technische Maßnahmen allein nicht ausreichen. Eine breite Unterstützung in der Gesellschaft ist nötig, um soziale Konflikte zu vermeiden und Lebensqualität zu erhalten. Wertewandel, Wissen und Einstellungen sind entscheidend für die Akzeptanz neuer Regeln und Technologien.
Junge Menschen zeigen, dass dieser Wandel möglich ist. Informationen, Vorbilder, Partizipation und Instrumente sind erforderlich, um alle Akteure einzubeziehen.
Entscheidungsträger sind eine der wichtigsten Zielgruppen, aber es braucht auch ein Konzept, das die gesamte Bevölkerung einbezieht und einen langfristigen Kulturwandel unterstützt, der auf wissenschaftlichen Grundlagen basiert.
Ziele
• Erstellen eines Kommunikationskonzeptes für Gemeinderät:innen, Vereinsfunktionär:innen und interessierte Gruppen.
• Vorlegen eines analogen Konzeptes für alle Formen von Schulen und Ausbildungsstätten.
• Mengengerüst: Erreichen von 50% der Entscheidungsträger:innen und Multiplikator:innen bis Ende 2025, Erreichen von 30% der Auszubildenden bis Ende 2025 und von 100% bis 2030. Mindestens jeweils die Hälfte der Personen sollte mehrfach involviert werden.
Die folgende Legende erläutert den Umsetzungsstand der Maßnahmen:
Maßnahmen
Das Klimaschutzportal „KlimaLand.bz“ wird ausgebaut. Hier werden alle Initiativen vorgestellt und beworben, welche den Klimaschutz in Südtirol betreffen. Ebenfalls sollen Bürger und Bürgerinnen dort in die Ausarbeitung von Maßnahmen und Ideen eingebunden werden sowie Maßnahmen für eine bessere Klimaschutzvorsorge vorschlagen werden können.
Es werden spezifische Veranstaltungen für Institutionen zum Thema Klimawandel mit Expert:innen aus dem In- und Ausland organisiert, mit dem Ziel, für einen strategisch ausgerichteten Klimaschutz und die Integration dieser Anliegen in die tägliche verwaltungspolitische Arbeit zu sensibilisieren.
Ab 2023 wird eine Sensibilisierungskampagne zur Energieeffizienz für Unternehmen, auch durch sektorenspezifische Veranstaltungen, organisiert. Diese werden in enger Abstimmung mit den einzelnen Wirtschaftsverbänden als Bindeglied zu den Unternehmen geplant und umgesetzt.
Ab 2023 werden Fortbildungskurse für Planer und Installateure zur Unterstützung der Verbreitung von Wärmepumpen und anderen Systemen zur Erzeugung erneuerbarer Energie und zur Optimierung des Nutzungsgrades mit Speichersystemen organisiert.
Die Agentur für Energie Südtirol – KlimaHaus wird in Zusammenarbeit mit den Italienischen, Ladinischen und Deutschen Bildungsressorts ab 2023 das Projekt KlimaSchule lancieren, um die Schulen in einer vertieften und kontinuierlichen Bearbeitung der verschiedenen Themen im Energie- und Klimabereich und der konkreten Anwendung an der eigenen Schule zu unterstützen.
Breit angelegte Sensibilisierungskampagne für die Verbreitung von Photovoltaikanlagen mit besonderem Fokus auf die Vorteile für Mehrfamiliengebäude, Gewerbe und Industrie gemäß den neuen Normen für die „Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft“ und die Eigenversorgung.
Maßnahmen aus den Beiteiligungsprozessen
Klimabildung in SchulenKlimaSchule mit entsprechenden Rahmenbedingungen: Die Agentur für Energie Südtirol KlimaHaus soll in Zusammenarbeit mit dem Italienischen, Ladinischen und Deutschen Bildungsressort das Projekt Klimaschule ab dem Schuljahr 2025/26 insofern ausbauen, dass die Schulen bei einer vertieften und kontinuierlichen Bearbeitung der verschiedenen Themen im Energie und Klimabereich durch Personal seitens der KlimaHaus Agentur und einem erleichterten Zugang zu geeignetem Material unterstützt werden.
Des Weiteren soll von einer verpflichtenden Ausbildung für Lehrer in Bezug auf das Projekt KlimaSchule abgesehen werden. Gearbeitet werden soll vor allem verstärkt mit konkreter Umsetzung an den Schulen und Positiv-Beispielen, so dass eine Bewusstseinsbildung der „Umbau-Kultur“ geschaffen wird.
Es sollen erfolgreiche Maßnahmen von Mitbürgern (soziale Referenz) auf einer Webseite aufgezeigt werden, wo alle Informationen zusammenfließen, z.B. Erzählung und Visualisierung von Erfolgsgeschichten bezüglich Anschlüssen an Fernwärme, Wärmepumpen, Geothermie usw.
Es soll eine breit angelegte Kommunikationskampagne gestartet werden, die darauf aufmerksam macht, dass sehr viele Unternehmen Umweltschutz konkret leben und auch eine Vorreiterrolle einnehmen (z.B. was die Mobilität der Mitarbeitenden betrifft). Auf diese Weise können diese Betriebe zum Vorbild für andere Unternehmen und auch für die öffentlichen Verwaltungen werden.
Nicht die Angst vor dem Klimawandel kommunizieren, sondern z.B. die Vorteile des Radfahrens, die Steigerung der Lebensqualität bei weniger Verkehrsbelastung usw.
Für die Werbekampagnen sollen alle verschiedenen Medien genutzt werden, auch soziale Medien und insbesondere TikTok.
Ein Klima-Vademekum an alle Haushalte in der Provinz verteilen, welche Informationen zum Klimaschutz verständlich aufzeigt.
Die Vereine für den Klimaschutz sensibilisieren. Vereine, die sich aktiv für den Klimaschutz einsetzen, sollen höhere Beiträge bekommen als andere.
Baum-Pflanz-Tage. In allen Schulstufen sollen einige solcher „Baum-Pflanz-Tage“ eingeführt bzw. wieder eingeführt werden, hier muss der Biodiversität Rechnung getragen werden (Bsp. Mischwald).
Techniker und Planer, Ausführende sowie Umwelt und Sozialverbände werden frühzeitig in das notwendige Zusammenspiel bei der Erstellung und bei Änderungen der Gesetze und Richtlinien eingebunden.
Alle Fragen aus der AG Energie sollen für eine breite Informationskampagne genutzt werden.
