Klimaplan Südtirol 2040
Ernährung und Konsum
Persönliches Konsumverhalten beeinflusst direkt und indirekt THG-Emissionen. Kommunikation und Bewusstseinsbildung sind wichtig, um darauf einzuwirken. Die öffentliche Hand kann Einfluss nehmen, etwa durch umweltfreundliche Verpflegung in öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen. Zudem können Initiativen zur Wiederverwertung und Verlängerung der Nutzungsdauer von Konsumgütern (Second-hand, Reparatur, Upcycling) im Rahmen der Kreislaufwirtschaft unterstützt werden. Obwohl diese Maßnahmen quantitativ begrenzte Auswirkungen haben, sind sie für die Bewusstseinsbildung essenziell und ermöglichen die Teilnahme an internationalen Entwicklungen, wie Normen für erhöhte Reparierbarkeit.
Ziele
- Entwicklung eines Konzepts für attraktive fleischfreie oder fleischarme Angebote in allen öffentlichen und halböffentlichen Mensen bis Ende 2023 (unmittelbare Umsetzung).
- Schaffung der rechtlichen und organisatorischen Maßnahmen zur Unterstützung von Initiativen der Kreislaufwirtschaft bis Ende 2023.
- Entwicklung eines Evaluierungssystems, um zu sehen, wie die Angebote angenommen werden und sie evolutorisch weiterzuentwickeln.
- Durchführung einer umfassenden Sensibilisierungskampagne zu nachhaltigem Konsum in Zusammenarbeit mit den Gemeinden.
Die folgende Legende erläutert den Umsetzungsstand der Maßnahmen:
Maßnahmen
Es werden die logistischen Voraussetzungen geschaffen, um den Secondhand-Sektor im Zusammenhang mit der Kreislaufwirtschaftsstrategie massiv auszubauen.
In allen einschlägigen Schulen und Ausbildungsgängen werden Module zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung angeboten.
Es wird eine Sensibilisierungskampagne zum korrekten Kaufverhalten in Bezug auf Lebensmittel, in Zusammenarbeit mit den institutionellen Partnern, organisiert (u.a. zu einer guten Planung der Einkäufe und der korrekten Interpretation von Ablauffristen).
Innerhalb 2024 wird ein Konzept für eine Reduktion des Fleischkonsums durch fleischlose und fleischarme Gerichte in öffentlichen und halböffentlichen Mensen ausgearbeitet. Das Konzept und Hilfestellung bei der Umsetzung wird auch privaten Kantinen angeboten.
Es wird eine breite Sensibilisierungskampagne zur Verwendung von regionalen Lebensmitteln mit kurzen Wegen, sowohl für die Zielgruppe Haushalte als auch für die Zielgruppe Gäste, konzipiert und umgesetzt.
Maßnahmen aus den Beteiligungsprozessen
Bewerbung Konzept "Good to go"Konzepte wie too good to go werden vermehrt eingeführt und beworben, in Restaurants, Mensen, Bäckereien und Supermärkten (auch Groß-
marktketten wie Mpreis und Despar).
In den Mensen werden die Gäste zum Thema Lebensmittelverschwendung, z.B. durch Plakate sensibilisiert. Die Kunden werden vor dem Servieren nach ihrer bevorzugten Portionsgröße gefragt.
Die Bewusstseinsbildung in den Schulen im Bereich Lebensmittelverschwendung wird gefördert.
Die Trennung organischer Abfälle sollte in allen Institutionen und Privathaushalten gefördert werden. Biomülleimer sollen überall errichtet werden.
Die Verpackung in der Lebensmittelindustrie soll reduziert werden und in den Verkaufsstellen Produkte lose angeboten werden.
Müllvermeidung:
• Organisatoren öffentlicher Veranstaltungen müssen die Verwendung von wiederverwendbarem Geschirr sicherstellen, um Subventionen zu erhalten
• Vereinheitlichung der Abfallsammlung und des Recyclings auf Landesebene (derzeit wird dies
von jeder Gemeinde anders gehandhabt)
• In öffentlichen Einrichtungen – wie z.B. in Schulen und Krankenhäusern – muss die Abfallreduzierung ein Ziel und die konsequente Mülltrennung zur Pflicht werden.
• Vereinfachung der Sammlung und des Recyclings von Kunststoffen.
• Lebensmittelabfälle sollen vermieden werden.
• Die Reduzierung von Verpackungen im Allgemeinen und das Verbot Bioprodukte mit
Kunststoffen zu verpacken im Besonderen muss
angestrebt werden.
• Kassabons dürfen ausschließlich in digitaler
Form verfügbar gemacht werden.
Das Angebot an hochverarbeiteten Snacks und gezuckerten Getränken über Snack- und Getränkeautomaten an den Schulen soll auslaufen und durch klimafreundliche und gesunde Angebote ersetzt werden.
Es wird eine breite Informationskampagne zur Förderung des Konsums von Leitungswasser im eigenen Haushalt und in der Außer-Haus-Verpflegung (und in Schulen) durchgeführt. Durch den vermehrten Konsum von Leitungswasser werden die Nachfrage nach in Flaschen abgefüllten Getränken und die damit verbundenen THG-Emissionen gesenkt.
Es wird eine breite Sensibilisierungskampagne zum gesundheitlichen und ökologischen Wert der Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen usw.) in der menschlichen Ernährung durchgeführt, um den Verzehr von Hülsenfrüchten zu erhöhen und dadurch den Verzehr von Fleisch zu senken.
Beauftragung der ASTAT zur Erstellung eines Ernährungsberichts für Südtirol: Systematische Erhebung und Analyse von detaillierten quantitativen und qualitativen Daten zum Nahrungsmittelkonsum und damit zum durchschnittlichen Ernährungsmuster der Bevölkerung, zum Einkaufsverhalten und zur Nachfrage bzw. zum Bedarf an den wichtigsten Nahrungsmitteln. Der Ernährungsbericht wird alle fünf Jahre aktualisiert, um die Entwicklung und die erzielten Fortschritte sichtbar zu machen.
Ausarbeitung von Empfehlungen für einen gesundheitsverträglichen und ökologisch nachhaltigen, lokalen Fleischkonsum spezifisch für Südtirol (unter Angabe einer wöchentlichen Menge und unter Berücksichtigung des Anteils an rotem und weißem Fleisch).
Verpflichtende Einhaltung von Qualitätsstandards für eine ausgewogene UND nachhaltige Ernährung in der öffentlichen und öffentlich beauftragten Gemeinschaftsverpflegung (in Anlehnung an etablierte Standards aus dem In- und Ausland).
Förderung des lebensmittelverarbeitenden Handwerks in Zusammenarbeit mit den Berufsschulen, um den Aufbau lokaler Kreisläufe und Wertschöpfungspartnerschaften zu unterstützen.
